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Anrufungen

ABGESOFFEN

wollte
vorbeibrausen
an dir

aber
als deine
augen das
lasso auswarfen
nach mir

ist ploetzlich
mein motor
abgesoffen
und heute noch

steht meine
harley in
der garage
deines herzens

LOGIK ON THE ROCKS

entlang
der philosophischen schneisen
hinein in ein leben voller fragezeichen




wage ich tagtaeglich sinneslustig

den affentanz in den baeumen

des hausverstands




schuettle ich die birnen vom apfelbaum

und traumwandle gemaechlich

ueber den mitternachtsmondlichtbogen




treffe ich den buddha unterwegs, manchmal

den jesus auch, gedankenverloren ueber das wasser schreitend

und fast immer den betrunkenen voltaire




der fragt mich dann immer

mit lallender zunge:

wo kommst du denn her...?




SCHOENE WUT, GUTE WUT, ACH SUESSE WUT

der installateur

des seelengeruests

hat herrliche arbeit geleistet




eine heisswasseranlage

wo das wasser des lebens

emporsprudelt




und sich erhitzt

an den gemeinheiten

der menschen ueberall




o wie es siedet und kocht

in diesem wasserdampfsystem

mein aerger, mein zorn




ueber diese welt so

voller widersprueche und

hassgewaltwahnsinnstiraden




am auslassventil

kracht es gewaltig

wenn die lava meiner wut

emporspritzt bis hinauf

zu den sternen

wo ER sitzt

und an einer margerite

gruebelnd zupft

mit murmelnden worten:




soll ich sie lieben,

soll ich sie nicht lieben…




ADIEU, JUGEND

adieu, jugend,

glitzerndes feuerband

voller sternenflitter




adieu, mittelalter,

abgebrannte gartenhuette

voller diamantenaschenreste




sei gegruesst, alter,

winddurchrauschter foehrenwald

voller ameishuegeln




lass mich

ein mal noch den bunten

himmelsdrachen luftwaerts jagen




ein mal noch

in deiner wahnsinnswolkenwolle

wuehlen


 

Anrufungen

ABGESOFFEN
wollte
vorbeibrausen
an dir

aber
als deine
augen das
lasso auswarfen
nach mir

ist ploetzlich
mein motor
abgesoffen

und heute noch
steht meine
harley in
der garage
deines herzens


 

LOGIK ON THE ROCKS

entlang

der philosophischen schneisen

hinein in ein leben voller fragezeichen

 

wage ich tagtaeglich sinneslustig

den affentanz in den baeumen

des hausverstands

 

schuettle ich die birnen vom apfelbaum

und traumwandle gemaechlich

ueber den mitternachtsmondlichtbogen

 

treffe ich den buddha unterwegs, manchmal

den jesus auch, gedankenverloren ueber das wasser schreitend

und fast immer den betrunkenen voltaire

 

der fragt mich dann immer

mit lallender zunge:

wo kommst du denn her…?

 

SCHOENE WUT, GUTE WUT, ACH SUESSE WUT

der installateur

des seelengeruests

hat herrliche arbeit geleistet

 

eine heisswasseranlage

wo das wasser des lebens

emporsprudelt

 

und sich erhitzt

an den gemeinheiten

der menschen ueberall

 

o wie es siedet und kocht

in diesem wasserdampfsystem

mein aerger, mein zorn

 

ueber diese welt so

voller widersprueche und

hassgewaltwahnsinnstiraden

 

am auslassventil

kracht es gewaltig

wenn die lava meiner wut

emporspritzt bis hinauf

zu den sternen

wo ER sitzt

und an einer margerite

gruebelnd zupft

mit murmelnden worten:

 

soll ich sie lieben,

soll ich sie nicht lieben…

 

 

ADIEU, JUGEND

adieu, jugend,

glitzerndes feuerband

voller sternenflitter

 

adieu, mittelalter,

abgebrannte gartenhuette

voller diamantenaschenreste

 

sei gegruesst, alter,

winddurchrauschter foehrenwald

voller ameishuegeln

 

lass mich

ein mal noch den bunten

himmelsdrachen luftwaerts jagen

 

ein mal noch

in deiner wahnsinnswolkenwolle

wuehlen

 

 

Sonne am Samstag

Samstags

Die Zeitung studiert,
all die Nachrichten 
von überall her.
Schräges, Kurioses, Schlimmes,
Interessantes, Kompliziertes.
Aber nichts Fröhliches, Lustiges,
weit und breit kein Lachen,
nicht einmal ein Lächeln.

Angstmachende Tendenzen überall,
Figuren zum Fürchten streben nach oben,
der Ruf nach Gewalt immer lauter,
der Clash of the Cultures
ist nicht mehr zu überhören.

Ich lasse die Zeitung sinken,
blicke aus dem Fenster,
herrlicher Sonnenschein.

Herz und Geist öffnen sich,
trinken sich am Licht
Mut an und Freude.

Das möchte ich weitergeben.


Tage der Abrechnung

Wenn frühmorgens das Dämmerlicht
langsam durch die Vorhänge kriecht,
in letzter Zeit recht oft,
überkommen mich bange Gedanken,
so irgendwie ängstliche Momente,
die mich erschrecken, verwirren.

Ich stelle mir dann vor,
dass es Tage der Abrechnung gibt, 
an denen das Imperium der Finsternis
allgewaltig zuschlagen wird,
zertrümmert die Glaspaläste
meiner Traumwelten, spaltet 
wie ein Schwert mein Herz,
plötzliche Abschiede, Trennungen,
Verluste überall, auch Tod.

Wird es heute sein?
So frage ich in die Stille des Zimmers,
meine Frau schläft ruhig, 
sanft ihr Heben und Senken des Brustkorbs,
aus der Küche höre ich das Schlappern
des Hundes aus seinem Napf,
nein, denke ich mir,
heute wird es nicht sein.

Zumindest bin ich vorgewarnt,
lese dann morgens in klugen Büchern,
bei Anselm Grün, Willigis Jäger, Jörg Zink,
um mich zu stärken an ihren Trostworten,
an der Verheißung eines liebenden Gottes,
oder der Vision eines unendlichen Universum,
wo nichts verloren geht, keiner
auf ewig stirbt, alles zurückfällt
in die zärtliche Hand einer Höheren Macht.

Im Laufe des Tages dann
spüre ich die Kraft des Geistes,
wie er mich hinaufträgt
auf den Turm der Zuversicht,
von wo aus ich hinausblicken kann
auf das Land des Lebens,
die Berge, Täler, Flüsse, Meere.
An der Sonne beflügelt mich
der Mut zum Lebendigsein, 
da wage ich es, Tag für Tag,
an Sinn und Tiefe des Schicksals
zu glauben, ja, da erfüllt mich für Stunden
fröhliche Heiterkeit, unsterbliche Hoffnung.


Edelkristalle, kurz gefaßt

Kristall Eins
Unterwegs zu den Sternen
habe ich immer wieder
zwischen den Milchstraßen
die Orientierung verloren.

Kristall Zwei
Am liebsten hörte ich stets
auf die innere Stimme
die mir zuflüsterte
ich solle einfach
die Dinge laufen lassen.

Kristall Drei
Geduld! 
Hab ich nicht,
will ich nicht,
denn die Ungeduld
ist ein Feuer
der Sehnsucht,
dieser unstillbaren Sehnsucht.

all das vergessene

hätte nie gedacht

diese supermacht des vergessenkönnens

namen, bilder, Ereignisse:

ausgelöscht,

als wären sie nie gewesen!

und waren doch einmal

so lebendig, inhalt der tage!

frag mich nicht, freund,

ob ich dich noch kenne,

du bist schon lange tot,

mein Gedächtnis

hat dich ausgelöscht!

am grab des vergessens

entzünde ich eine kerze

und grüble bedächtig

nach letzten wurzeln

der erinnerung.

 

 

 

 

 

 

Vergiß das Vergessen

Lange suchte ich den deinen Namen,

dein Bild noch schwach vor mir,

ich wollte dich wieder hereinholen

in meine Gegenwart –

ich hatte Sehnsucht

nach deiner Freundschaft,

damals in den Sechzigern,

aber die Kraft des Vergessens

war stärker!

Wie Eurydike sankst du hinüber

in diesen grauen, kalten Nebel,

ich konnte dir

nicht einmal nachrufen…

ausgelöscht, als hätte es dich

nie gegeben.

 

 

Unterwegs

Das Ziel vor Augen,
aber noch lange nicht erreicht.
Unterwegs zu sein,
auf Reisen, nirgendwo verweilen,
jedoch alle Stationen genießen,
Tag für Tag.
So viele Begegnungen,
schöne Momente, ja, manchmal
möchte man sogar länger bleiben,
aber dann ist sie wieder da,
diese Lust am Gehen, 
dieses Wandern nach den Sternen am Himmel.
Meine Reiseroute ist
auf keiner Karte verzeichnet,
sie geschieht anderswo,
innenseitig, in meinem Kopf,
in meinem Herzen.
Kein Bahnhof, 
der als Endstation ausgewiesen wird,
es gibt immer Umsteigemöglichkeiten,
jederzeit und überall.
Viele winken mir zu,
auch jene, die schon ausgestiegen sind,
Eltern, Großeltern, so mancher Freund,
Bekannte, Kollegen auch.
Ich grüße zurück,
fröhlichen Mutes, immerzu heiter,
wissend, dass ich eines Tages,
unter ihnen stehen werde -
und meinen Kindern zuwinke,
der jungen Meute von Morgen...

(21. Jan 2016)


Allein mit mir

Die Jahre haben sich angesammelt
wie das Wasser im Staudamm.
Ich wurde zu einem See 
im Hochgebirge der Zeit.
Hätte nie gedacht,
überhaupt so alt zu werden!
Vieles, was einst mein war,
hat sich wieder verabschiedet
aus meinem Leben.
Anfangs war es ein Schmerz,
aber allmählich kam die Gewöhnung,
ein Geschenk des Alters.
Heute, inmitten des Alleinseins,
erkenne ich, wie ich mich
neuen Ufern nähere, Wälder,
die einst in weiter Ferne standen,
aber jetzt sind sie da vor mir.
Sie laden mich ein
auf diese letzte Reise,
uralte Bäume, viel morsches Holz,
aber dieser Duft, dieses Aroma!
Ich hinterlasse das Gestern,
dieses schwere Gepäck der Seele,
und fühle mich endlich frei,
nicht ungestüm, aber frohgemut.
Es ist egal, wohin es geht,
überall Wege mit Bänken,
zum Ausruhen, hoch in den Bergen,
mit diesem tollen Blick
in das Tal des Gewesenen!
Eine frische Brise Wind
zieht durch die Lungen,
der Atem schenkt mir
Zuversicht für die Heimkehr
ins Jenseits.




Am Grab des Vergessens

Wie gerne 
hätte ich dich zurückgeholt
in meine Gegenwart!
Ich kramte nach deinen Namen,
aber vergeblich,
mein Hirn streikte.
In mir solch eine wilde Sehnsucht
nach unserer alten Freundschaft,
wie damals, in den Sechzigern!
Noch ist die Glut im Herzen,
aber das Feuer will nicht mehr
hochkommen, es flackert kaum noch.
Dein Name, dein Bild!
Beides entschwindet wie einst
Eurydike!
Im Nebel bist du versunken,
ich möchte dich rufen,
aber wie sollte ich dich nennen.
Es geht nicht,
kein Funke im Gedächtnis
springt mir zur Seite.
So stirbst du
in meiner Erinnerung,
ohne Nachruf, einfach so.