Allein mit mir

Die Jahre haben sich angesammelt
wie das Wasser im Staudamm.
Ich wurde zu einem See 
im Hochgebirge der Zeit.
Hätte nie gedacht,
überhaupt so alt zu werden!
Vieles, was einst mein war,
hat sich wieder verabschiedet
aus meinem Leben.
Anfangs war es ein Schmerz,
aber allmählich kam die Gewöhnung,
ein Geschenk des Alters.
Heute, inmitten des Alleinseins,
erkenne ich, wie ich mich
neuen Ufern nähere, Wälder,
die einst in weiter Ferne standen,
aber jetzt sind sie da vor mir.
Sie laden mich ein
auf diese letzte Reise,
uralte Bäume, viel morsches Holz,
aber dieser Duft, dieses Aroma!
Ich hinterlasse das Gestern,
dieses schwere Gepäck der Seele,
und fühle mich endlich frei,
nicht ungestüm, aber frohgemut.
Es ist egal, wohin es geht,
überall Wege mit Bänken,
zum Ausruhen, hoch in den Bergen,
mit diesem tollen Blick
in das Tal des Gewesenen!
Eine frische Brise Wind
zieht durch die Lungen,
der Atem schenkt mir
Zuversicht für die Heimkehr
ins Jenseits.




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